FOG  = Freimaurer ohne Grenzen





Die Gruppe „Freimaurer ohne Grenzen“, kurz FOG, strebt eine freimaurerische Tätigkeit in Form von Gesprächen und Wissenvermittlung an, die Freimaurer und Freimaurerinnen aller Couleur sowie den ihnen nahestehenden Gruppierungen mit einbezieht. Sie dient allen geistesverwandten Gruppierungen als Forum in Form einer Körperschaft der geistigen und moralischen Verständigung.

Ihr Anliegen zielt auf den großen Bau der Humanität, den es gilt lehrartüberschreitend anzustreben. Nur gemeinsam sind wir stark, um die großen Aufgaben von Gegenwart und Zukunft besser zu bewältigen. Der gegenseitige Gedankenaustausch soll unser Wissen bereichern und unsere Sichtweise konstruktiv, kreativ und kumulativ fördern.

Alle Schwestern und Brüder treffen sich auf demselben Nenner, der da lautet: Freiheit, Gleichheit, Nächstenliebe, Gerechtigkeit, Vernunft, Toleranz und Mäßigung.

Mitglied kann jeder Meister/in werden egal welcher Lehrart er/sie entstammt.


Die Loge N° 1 ist Phoebus Sub Quercu, eine Wanderloge


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Konflikte, so weit das Auge schaut, das Ohr vernimmt.

Es ist bemerkenswert wie sich die Freimaurer aller Couleur zoffen, ja bekriegen, Machtkämpfe austragen, ihre dogmatischen Zwänge, ihre egomanischen Animositäten ausleben.
Andererseits sich feiern, Stiftungsfeste, Johannesfeste, die Zeitschrift „Humanität“ quillt über mit Bildern nobler Gastmahle im fürstlichen Ambiente. Ernsthafte Gesichter, untermalt von feierlich dunklen Roben, schwarzen oder weißen Krawatten, Ergüsse salbungsvoller Reden, in Selbtbeweihräucherung schwanger gehend.

Als gäbe es nichts Wichtigeres, in einer Zeit des Umbruchs, der Kriegshetze und Gräueltaten, in einer Zeit, die dringend mahnender Worte und couragierter Taten bedürfte. Nochmals: „Wehret dem Unrecht, wo es sich zeigt, kehrt niemals der Not und dem Elend den Rücken …“ – Worte aus dem Lehrlingsritual, jedem bekannt, jeden auffordernd und mahnend zum Handeln.
Und die Brüder und Schwestern schweigen, ziehen es vor, auf Facebook Bilder ihrer Katzen oder Hunde in jedweder Stellung zu posten, liken jeden Schwachsinn hundertfach, aber das, worauf es ankommt, lassen sie meist unberührt links oder rechts liegen. Mut zur Stellungnahme, Mut Farbe zu bekennen, Mut Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, Mut ihrem Eid gerecht zu werden? – Weit gefehlt.
Das Gelöbnis mit den Zeilen „Ich gelobe bei meiner Ehre und meinem Gewissen: Mich der Humanität aus vollem Herzen und mit ganzer Kraft zu widmen. Demgemäß meine Pflichten gegenüber meiner Familie, meiner Gemeinde, meinem Land und der Gemeinschaft aller Menschen gewissenhaft zu erfüllen …“ scheint vergessen, abgeheftet, abgelegt in einem verborgenen Winkel freimaurerischer Demenz.

Mit ganzer Kraft der Humanität widmen? Worthülsen, nichts als fade Lippenbekenntnisse.
Humanität als Weltanschauung des Humanismus, deren Grundlage die Menschenrechte ausmachen, einer Menschlichkeit, der die Unmenschlichkeit gegenübersteht. Humanismus als ein Werk, das unablässig fortgesetzt werden muss, so Herder, denn andernfalls sinken wir in die Unmenschlichkeit, kehren zur Rohheit der Tierheit, zur Brutalität zurück.

Haben wir all dies denn nicht jetzt, weltweit? Bornierte rechthaberische Machtallüren, Uneinsichtigkeit, Intoleranz, Hass, unendlichen Hass? Wo sind die guten Ziele und vor allem die Taten, die den Humanisten ausmachen? Sagte nicht bereits Cicero, „der rücksichtslose Mensch, der sich für andere Menschen nicht interessiert, nicht human sei, sondern unmenschlich“? Untätig und schweigend zuzusehen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit zuzulassen, bedeutet, Mittäter zu sein.

Wohl denen, die anders sind, anders denken, anders handeln, für den Humanismus kämpfen!








Bestandsaufnahme zur Freimaurerei in Deutschland


Leider hat sich in der deutschen Freimaurerei eine Stammtisch- bzw. Club-Mentalität eingeschlichen, wie auch der „Humanität“ zu entnehmen ist, wo Banketts in Ballsälen das Hauptengagement zu sein scheint. Stiftungs- und Sonnenwendfeste sowie feierliche Rezeptionen und Gedenktage füllen die Terminkalender der Brüder. Zeit für ernsthafte und engagierte freimaurerische Arbeit bleibt da wenig, es sei denn die Feierlichkeiten gelten bereits als solche.

Des Weiteren haben sich in den Gedanken und Handlungen der Brüder dogmatische Ansichten eingebürgert, die ein freies Denken und Beurteilen unmöglich machen. Die Freimaurerei ist zu einer obrigkeitshörigen und intoleranten Bewegung geworden, in der sich Eitelkeiten und Selbstbeweihräucherung etabliert haben. Brüder schwelgen im Ruhm vergangener Zeiten, anstatt aktuelle Themen aufzugreifen.
Durch mangelnde Übermittlung freimaurerischen Wissens zeichnet sich das Gros der deutschen Freimaurer mit geringer Sachkenntnis bezüglich der eigenen philosophischen, ethischen, rituellen und spirituellen Grundlagen aus. Daraus entstehen Ziel- sowie Inhaltskonflikte, die die Freimaurerei in eine rein pragmatische und eine esoterische Gruppierung spalten.
Die rein pragmatische Fraktion liefert keine Indizien, dass man durch Freimaurerei wirklich zu einem besseren Menschen wird. Nur um Vorbild zu sein, braucht man kein Freimaurer zu sein.
Und die rein esoterische Gruppierung sieht in der Freimaurerei oft eine Ersatzreligion.
Zwischen diesen beiden dogmatischen Blöcken gestaltet sich ein dazwischen liegender Kompromiss äußerst schwierig. Und dabei beinhaltet Freimaurerei aus beidem etwas, nur eben nicht intolerant und dogmatisch.
Freimaurerei ist weit mehr als reiner Pragmatismus und Esoterik.

Die Großlogen, die unter der Vereinigten Großloge Englands stehen, akzeptieren unter ihrer Schirmherrschaft weiterhin keine Frauen als Freimaurerinnen.

Zitat von Paul E. Lorenz: Verübelt wird dem „Grand Orient“ von London aus auch, dass er manchmal politisch Stellung nimmt, insbesondere dann, wenn humanitäre Fragen zur Debatte stehen. Was daran verwerflich sein soll, ist nur schwer nachzuvollziehen und bleibt ein Geheimnis der Londoner Großloge.
Eine eigentlich nationale Großloge, die mit dem Symbol der Wasserwaage offenbar ihre Schwierigkeiten hat und seit fast drei Jahrhunderten die Vorrechte eines freimaurerischen „Vatikans“ für sich beansprucht und peinlich genau darüber wacht, dass ihre meist anachronistischen Vorschriften exakt befolgt werden, sollte einmal in sich gehen und darüber nachsinnen, ob ihre angemaßte Autorität noch Bestand hat.

Die Freimaurerei in Deutschland ist zur Bedeutungslosigkeit degradiert.

Paul E. Lorenz Schreibt in seinem Buch „gewaltlose Revolution im Spannungsfeld zwischen Exoterik und Esoterik“: Anlässlich eines Besuches bei einem Kunden, einem alten nordbadischen Eisenwarenhändler, trug der Verfasser dieser Anekdote eine kleine Anstecknadel mit freimaurerischen Winkel-Zirkel-Symbol am Revers. „Sie sind ja Freimaurer“, bemerkte der alte Herr erstaunt und erzählte dann von seinem Lehrherrn, der Freimaurer gewesen sei: „Der beste und edelste Mensch, dem ich Zeit meines Lebens begegnet bin, hilfsreich, geduldig, mutig und tolerant.“ –
Offenbar gab es irgendwann einmal einen Bruder Freimaurer, dem die Idee des Bundes ein wirkliches Anliegen war.